1. Was ist InCruises / Voyager Circle?
InCruises wurde 2015 in den USA von Michael „Hutch" Hutchison und Frank J. Codina gegründet. Das Unternehmen firmiert heute unter dem Namen Voyager Circle, nachdem es 2023 seine Marke erweitert hat — denn das Angebot geht längst über Kreuzfahrten hinaus: Hotels, Resorts, Flüge, Ausflüge und Erlebnisse gehören heute zum Portfolio.
Das Grundprinzip ist einfach: Wer regelmäßig reist, zahlt monatlich in ein persönliches Reiseguthaben ein. Dieses Guthaben hat durch das Reward-Points-System einen Mehrwert gegenüber dem eingezahlten Betrag. Und weil der Club eine kritische Masse von 1,8 Millionen Mitgliedern in über 190 Ländern erreicht hat, kann er Reisepreise aushandeln, die für Einzelpersonen nicht zugänglich wären.
Das Unternehmen wird durch INGROUP INTERNATIONAL LLC betrieben, mit Sitz in den USA. Der Umsatz betrug 2024 rund 253 Millionen USD.
Voyager Circle ist kein Reiseveranstalter im klassischen Sinne und kein staatlich beaufsichtigtes Finanzprodukt. Es handelt sich um ein amerikanisches Mitgliedermodell, das in Europa über autorisierte Partner angeboten wird.
2. Ist das seriös? Die entscheidende Frage
Diese Frage stellen sich fast alle, die zum ersten Mal von Voyager Circle hören. Die kurze Antwort lautet: Ja, das Unternehmen ist seriös. Die ausführliche Antwort erklärt warum — und wo Vorsicht trotzdem angebracht ist.
Argumente für die Seriosität:
- Das Unternehmen existiert seit 2015 — über zehn Jahre ohne bekannte Betrugsurteile oder behördliche Maßnahmen
- Umsatz 253 Mio. USD (2024) ist öffentlich kommuniziert und entspricht der Größe einer mittelgroßen Reisegruppe
- Kein MLM-Pflichtcharakter: Die Partnerkomponente ist optional und nicht Voraussetzung für Mitgliedschaftsvorteile
- Reisebuchungen laufen über etablierte Anbieter — keine selbst betriebenen Schiffe oder Hotels
- Mitglieder können jederzeit kündigen
Was man im Auge behalten sollte:
- Das Modell ist am rentabelsten für regelmäßige Reisende — Gelegenheitsreisende profitieren weniger
- Das optionale Partnerprogramm (Empfehlungsprovision) hat seine eigene Logik und ist nicht für alle geeignet
- Die Mitgliedschaft hat monatliche Kosten — man sollte sicher sein, dass man die Reiseabsicht wirklich umsetzt
„Ich habe das Kleingedruckte gelesen — ja, wirklich alles. Nach drei Wochen Recherche war ich überzeugt. Das Preismodell ist transparent, die Buchungsplattform funktioniert, und meine erste Kreuzfahrtbuchung war nachweislich 19 % günstiger als auf allen öffentlichen Vergleichsportalen."
— Thomas K., München · Premium-Mitglied
3. Kosten und Modelle im Überblick
Voyager Circle bietet drei Mitgliedschaftspläne. Die monatlichen Einzahlungen fließen vollständig als Reiseguthaben auf das Konto des Mitglieds — abzüglich einer einmaligen Aktivierungsgebühr beim Start.
| Plan | Monatliche Einzahlung | Reward Points/Monat | Jahresguthaben (RP) |
|---|---|---|---|
| Starter | 50 USD | 100 RP | 1.200 RP |
| Classic | 100 USD | 200 RP | 2.400 RP |
| Premium | 250 USD | 500 RP | 6.000 RP |
1 RP = 1 USD Buchungswert auf der Plattform. Neue europäische Mitglieder erhalten zusätzlich 100 USD/RP als Startbonus.
4. Insider Pricing — wie viel spart man wirklich?
Das Insider Pricing ist der Kern des Modells. Anders als bei öffentlichen Vergleichsportalen (Booking.com, Expedia, TUI) zahlt ein Clubmitglied nicht den Endkundenpreis inklusive Vermittlerprovision. Stattdessen greift es auf die ausgehandelten Großkundenpreise zurück, die durch die Einkaufsmacht von 1,8 Millionen Mitgliedern entstehen.
Die garantierte Mindestersparnis beträgt 17 % gegenüber dem günstigsten öffentlichen Preis bei vergleichbaren Konditionen. In der Praxis berichten viele Mitglieder von 20–25 % — insbesondere bei Kombinationsbuchungen, bei denen Reward Points eingesetzt werden.
Wichtig zu verstehen: Das ist keine Rabattaktion, keine befristete Sonderofferte. Der Unterschied entsteht strukturell durch den Wegfall der Vermittlermarge — dauerhaft, für jede Buchung.
„Ich bin Lehrerin und reise bewusst. Als ich beim ersten Buchungsvergleich 23 % Unterschied gesehen habe, hab ich nochmal nachgeprüft — drei Vergleichsportale, gleicher Zeitraum, gleiche Kabine. Der Club war jedes Mal günstiger. Das hat mich aus dem Theoriebereich in die Praxis geholt."
— Sabine M., Hamburg · Classic-Mitglied
5. Reward Points — Geld oder Marketing?
Reward Points sind kein symbolisches Treueprogramm. Sie sind echtes Buchungswährung mit 1:1-Wert gegenüber dem US-Dollar auf der Buchungsplattform. Das Prinzip der Verdopplung funktioniert so: Wer 250 USD im Monat einzahlt, erhält 500 RP — und kann diese für Buchungen im Wert von 500 USD einsetzen.
In Kombination mit dem Insider Pricing entsteht die echte Hebelwirkung: Der eingezahlte Betrag hat doppelten Nennwert, und dieser doppelte Nennwert wird auf einen bereits um 17 % reduzierten Preis angewendet. Das ergibt unter optimalen Bedingungen eine reale Ersparnis von bis zu 25 % gegenüber Marktpreisen.
Die Punkte verfallen nicht sofort. Sie stehen dem Mitglied zur Verfügung, solange die Mitgliedschaft aktiv ist.
6. Risiken und Grenzen ehrlich betrachtet
Kein Modell ist für jeden geeignet. Das gilt auch hier. Diese Punkte sollten vor der Entscheidung klar sein:
Wer weniger als einmal pro Jahr verreist, amortisiert die monatlichen Einzahlungen nicht effizient. Das Modell ist klar auf regelmäßige Reisende ausgerichtet — mindestens zwei Reisen pro Jahr.
Die Mitgliedschaft hat laufende Kosten. Man kann zwar kündigen, aber angesammelte Points sind an die aktive Mitgliedschaft geknüpft. Wer einzahlt und nie reist, verliert den Gegenwert nicht — er schiebt ihn aber vor sich her.
Einige Mitglieder empfehlen die Mitgliedschaft aktiv weiter und erhalten dafür Vergütungen. Das ist legitim und transparent. Es erfordert aber persönliches Engagement, Netzwerk und Ausdauer. Die meisten Mitglieder nutzen den Club ohne diese Komponente.
7. Fazit: Für wen lohnt sich die Mitgliedschaft?
Voyager Circle ist kein Schnäppchen für alle — und das ist eine seiner Stärken. Das Modell funktioniert am besten für Menschen, die:
- Regelmäßig reisen (mindestens zweimal pro Jahr) und bereit sind, Reiseausgaben strategisch zu planen
- Bereit sind, monatliche Einzahlungen als Reiseinvestition zu betrachten, nicht als Ausgabe
- Wert auf Transparenz und Verzicht auf Druckmarketing legen
- Die internationale Verfügbarkeit schätzen — ideal für Deutsche, Österreicher und Schweizer, die häufig ins Ausland reisen
Für diese Zielgruppe ist Voyager Circle nicht „noch ein Reiseportal" — es ist ein struktureller Vorteil, der sich mit jedem Reisejahr stärker auswirkt.
„In Österreich ist man beim Thema Mitgliedschaften vorsichtig. Zu Recht. Ich habe aber jetzt seit einem Jahr keine einzige negative Erfahrung gemacht — und das sage ich als jemand, der grundsätzlich skeptisch ist. Die Preise sind real, das System ist transparent, und ich buche seitdem nur noch über den Club."
— Andreas W., Wien · Classic-Mitglied